Sensorische Integration

Von den basalen zu den komplexen kognitiv-sozialen Lernleistungen

1. Bedeutung

Die Sensorische Integration, d.h. die Integration der Sinne, ist das Ordnen und Verarbeiten der Empfindungen, um sinnvolle Wahrnehmungen, brauchbare Körperreaktionen, Gefühlsreaktionen und Gedanken zu erzeugen. Sie führt zu angemessenen Handlungen.

Bis zum Alter von sieben Jahren ist das Gehirn vorwiegend eine "Verarbeitungsmaschine" sinnlicher Wahrnehmungen. Das bedeutet, dass das Kind Dinge spürt/fühlt und deren Bedeutung direkt über die Empfindungen erfasst. Gegenstände werden gespürt/gefühlt und der Körper reagiert in Beziehung zu diesen Empfindungen. Die Anpassungsreaktionen gehen eher von Muskeln als vom Verstande aus. Sie sind eher motorisch als geistig konzipiert. Diese ersten Jahre sind Jahre der sensomotorischen Entwicklung.

Parallel entwickeln sich die geistigen und sozialen Reaktionen, die zunehmend einen Teil der sensomotorischen Aktivitäten ersetzen.

Die geistigen und sozialen Funktionen sind auf den sensomotorischen Prozessen aufgebaut. Die sensorische Integration ist die Grundlage für die zunehmend komplexere sensorische Integration. Sie ermöglicht das Lesen-, Schreiben-, Rechnenlernen und führt zu situativ angemessenen Verhaltenweisen.

Grundannahme ist somit, daß die Voraussetzungen für das Wahrnehmen und Verstehen von Merkmalen, Symbolen sowie das Denken in Modellen in den frühkindlichen sensomotorischen Lernerfahrungen gelegt werden. Lernschwächen werden aufgrund dieser Hypothese auf Schwächen der sensorischen Verarbeitung zurückgeführt. Entsprechend werden Kindern mit kognitiven Schwächen sensomotorische Lernangebote unterbreitet, die im quasi ontogenetischen Zeitraffer eine perzeptive, motorische, emotionale und soziale Nachreifung ermöglichen. Leistungsanforderungen des schulischen Lernens wie Lesen, Schreiben, Rechnen werden so über gezielte Körpererfahrungen angebahnt.

2. Störungen der Sensorischen Integration

Störungen in der Sensorischen Integration können hypothetisch als Ursache von

angenommen werden.

Das Förderkonzept eignet sich für Schulkinder mit Lernleistungsschwächen im Lesen, Schreiben, Rechnen bzw. in der Sprache und Vorschulkinder, die auf die schulischen Anforderungen vorbereitet werden.